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Page 1

Substantive und Artikel

Substantive werden immer großgeschrieben und oft von einem be-
stimmten Artikel (der, die, das) oder unbestimmten Artikel (ein, eine,
einer) begleitet: ein Kind, das Kind, die Kinder. Sie machen den bei
weitem größten Teil des Wortschatzes aus und können auf vielfältige
Weise zu neuen Wörtern zusammengesetzt werden. Man unterscheidet:

W I S S E N G R I F F B E R E I TDeutschGrammatik
• Gegenstandswörter (Konkreta): Eigennamen: Maria, Müller, Japan,

Neapel, Feldberg, Gattungsbezeichnungen: Mensch, Frau, Freund,
Hund, Stern, Stoffbezeichnungen: Stahl, Gold, Leder, Öl

• Begriffswörter (Abstrakta): Mut, Stress, Dummheit, Frieden, Kälte,
Abrüstung, Verstand, Alter

Numerus (Zahl)

Substantive stehen entweder im Singular (Ein-
zahl) oder im Plural (Mehrzahl): Kind – Kinder.

Manche Substantive

• gibt es nur im Singular: das Obst, die Kälte,
der Schnee,

• gibt es nur im Plural: die Leute, die Eltern,
die Ferien,

• haben mehrere gleichberechtigte Pluralformen:
Pizza � Pizzas/Pizzen, Balkon � Balkone/
Balkons, Komma � Kommas/Kommata.

Kasus (Fall)

Substantive in einem Satz stehen in einem
bestimmten Fall, dem Kasus:

• Nominativ (1. Fall): wer oder was?
• Genitiv (2. Fall): wessen?
• Dativ (3. Fall): wem?
• Akkusativ (4. Fall): wen oder was?
Mit dem Substantiv wird zugleich auch der
Artikel dekliniert: Der Junge (Nominativ) staunt
über die großen Bäume (Akkusativ) im Garten
(Dativ) des Nachbarn (Genitiv).

Deklinationsarten

Die Anpassung der Form eines Substantivs in
Genus, Numerus und Kasus nennt man Dekli-
nation (Beugung). Der Artikel wird immer
mitdekliniert: des Hauses, den Kindern. Auch
Eigennamen (Titel, Personennamen, geogra-
fische Bezeichnungen, Werktitel) werden dekli-
niert: die Rede Peters des Großen, die Königin
Schwedens.

Nach den Formen des Genitivs Singular und der
Pluralbildung unterscheidet man starke, schwa-
che und gemischte Deklination.

Starke Deklination

Der Genitiv Singular der Substantive im Mas-
kulinum und Neutrum endet auf -es/-s.

Es treten verschiedene Formen der Plural-
bildung auf.

Gemischte Deklination

Einige Substantive im Maskulinum und Neu-
trum werden im Singular stark und im Plural
schwach dekliniert.

Pluralformen

Die Pluralformen von Substantiven können auf
viele unterschiedliche Arten gebildet werden.
Sie unterscheiden sich durch die Endungen
oder durch einen Wechsel des Vokals zu einem
Umlaut.

• Mit doppelten Pluralformen werden häufig
verschiedene Bedeutungen des Wortes unter-
schieden, z. B. Bank �Bänke (Sitzgelegen-
heiten), Bank � Banken (Geldinstitute).

• Besondere Pluralformen haben viele Fremd-
wörter aus dem Griechischen und Lateini-
schen: das Album � die Alben, der Terminus
� die Termini, das Praktikum � die Praktika.

• Bei manchen Substantiven kann der Plural
nur durch zusammengesetzte Wörter ausge-
drückt werden: Regen � Regenfälle, Fleisch
� Fleischsorten, Schnee � Schneemassen.

Maskulinum

der Vogel
des Vogels
dem Vogel
den Vogel

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

die Nacht
der Nacht
der Nacht
die Nacht

Neutrum

das Bild
des Bildes
dem Bild(e)
das Bild

Maskulinum

die Vögel
der Vögel
den Vögeln
die Vögel

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

die Nächte
der Nächte
den Nächten
die Nächte

Neutrum

die Bilder
der Bilder
den Bildern
die Bilder

Maskulinum

der Mensch
des Menschen
dem Menschen
den Menschen

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

die Frau
der Frau
der Frau
die Frau

Maskulinum

die Menschen
der Menschen
den Menschen
die Menschen

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

die Frauen
der Frauen
den Frauen
die Frauen

Singular

der Brief
der Ball
die Tür
die Tasche
das Kleid
der Wald
das Hotel
der Bruder
der Lehrer

Endung

-e
-e + Umlaut
-en
-n
-er
-er + Umlaut
-s
Umlaut
ohne

Plural

die Briefe
die Bälle
die Türen
die Taschen
die Kleider
die Wälder
die Hotels
die Brüder
die Lehrer

der Staat
des Staat(e)s
dem Staat(e)
den Staat

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

die Staaten
der Staaten
den Staaten
die Staaten

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Genus (Geschlecht)

Das Genus eines Substantivs erkennt man an
seinem bestimmten Artikel:

• Maskulinum (männlich): der Mann
• Femininum (weiblich): die Frau
• Neutrum (sächlich): das Haus
Oft stimmt das Genus nicht mit dem natürlichen
Geschlecht überein: das Mädchen (� Genus:
Neutrum, natürliches Geschlecht: Femininum);
der Gast (� Genus: Maskulinum, natürliches
Geschlecht: Maskulinum oder Femininum).

Schwache Deklination

In der schwachen Deklination gibt es keine
Substantive im Neutrum. Der Singular der
männlichen Substantive endet außer im Nomi-
nativ immer auf -en.

Die Pluralformen lauten immer auf -en.

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Pronomen übernehmen im Text wichtige Funktionen. Sie können ein
schon bekanntes Substantiv ersetzen, auf etwas Folgendes hinweisen

oder auf etwas bereits Genanntes zurückverweisen. Dadurch können
Wiederholungen oder komplizierte Formulierungen vermieden werden.

Das Personalpronomen

Das Personalpronomen steht als Stellvertreter
für Personen, Gegenstände, Zustände oder
Sachverhalte: Der Schüler geht nach Hause.
→ Er geht nach Hause.

• Man unterscheidet eine 1., 2. und 3. Person im
Singular und im Plural.

• Die höfliche Anrede entspricht der 3. Person
Plural und wird großgeschrieben: Haben Sie
einen Wunsch?

Das Possessivpronomen

Das Possessivpronomen gibt ein Besitzverhält-
nis an oder drückt eine Zugehörigkeit aus. Es
begleitet oder ersetzt ein Substantiv: Das ist
meine Tasche. Das ist nicht dein Schlüssel, son-

dern meiner. Die Formen lauten: mein, dein,
sein/ihr/sein, unser, euer, ihr.

• Seine Form richtet sich nach der Person, auf
die es sich bezieht, und stimmt in Kasus,
Numerus und Genus mit dem Substantiv
überein, vor dem es steht: die Frau meines
Bruders, mach deine Hausaufgaben.

• Das Possessivpromonen kann auch als Stell-
vertreter ein Substantiv ersetzen: Wessen
Schlüssel ist das? – Das ist meiner.

• Die Höflichkeitsformen Ihr, Ihre werden groß-
geschrieben: Ich habe Ihren Brief erhalten.

Das Reflexivpronomen

Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das
Subjekt des Satzes. Der Kasus (Dativ oder
Akkusativ) hängt vom Verb ab.

• Es stimmt in Person und Numerus mit dem
Subjekt überein: Ich male mich. Wir haben
uns sehr gefreut. Er schadet sich damit.

• In der 3. Person Singular und Plural im Dativ
und Akkusativ besitzt es die gleiche Form:
sich.

Das Demonstrativpronomen

Als Demonstrativpronomen werden die folgen-
den Pronomen verwendet, wenn man auf etwas
hinweisen oder etwas hervorheben will: dieser/
diese/dieses, jener/jene/jenes, solcher/solche/

solches, derselbe/dieselbe/dasselbe, derjenige/

diejenige/dasjenige.

• Es richtet sich in Genus, Numerus und Kasus
nach dem Substantiv, bei dem es steht oder
das es vertritt: Diesen Film kenne ich.

• Mit dieser weist man auf etwas Näheres, mit
jener auf etwas Entfernteres hin: Gib mir den
Ball! – Diesen oder jenen?

• Das Demonstrativpronomen der als Stell-
vertreter des Substantivs ist vom bestimmten
Artikel der zu unterscheiden. Es ist im All-
gemeinen voraus- oder zurückweisend: Den
kenne ich gut!

• Im Allgemeinen richten sie sich nach dem
Adjektiv oder Substantiv, das sie begleiten:
jeder Mann, manches Kind.

• Indefinitpronomen können auch als Stell-
vertreter für ein Substantiv stehen: Das weiß
doch jeder. Manche lernen es nie.

• Die Pronomen etwas, man und nichts können
nur im Nominativ, Akkusativ oder nach Prä-
positionen stehen. Sie sind unveränderlich:
Hast du etwas zu essen da? Man weiß es

nicht.

Das Interrogativpronomen

Interrogativpronomen leiten Fragen ein. Das
können Ergänzungsfragen (Wer hat da gerufen?)
oder indirekte Fragesätze (Ich weiß nicht, wer
das gesagt hat.) sein.

• Die Fragepronomen wer (Personen) oder was
(Sachen) werden als Stellvertreter des Sub-
stantivs gebraucht. Sie haben nur Singular-
formen: Wer ist da? Was ist das? Wessen
Hemd ist das? Wem gehört es? Wen siehst du?

Was siehst du?

• Das Fragepronomen welcher/welche/welches
kommt als Begleiter und Stellvertreter des
Substantivs vor, wenn nach Personen oder
Sachen gefragt wird und es um eine Auswahl
aus einer bestimmten Art oder Menge geht:
Welche Hose soll ich kaufen? Mit welchem

Zug kommst du?

• Mit was für ein(er) wird nach der Art oder
Beschaffenheit von Personen oder Sachen
gefragt. Was bleibt unverändert, nur ein(er)
wird dekliniert: Was für einen Wein möchten
Sie? – Einen Rotwein.

Das Relativpronomen

Die Relativpronomen der/die/das und welcher/
welche/welches leiten einen Relativsatz ein.
Sie stellen eine Beziehung zwischen einem
Satzteil des Hauptsatzes und dem Nebensatz
her.

• Sie richten sich in Genus und Numerus nach
dem Bezugswort im übergeordneten Satz: Ich
sah den Mann, der (welcher) den Brief ein-

geworfen hat. Wer ist die Frau, die (welche)

ich begrüßen soll?

• Die Relativpronomen wer oder was bezeichnen
allgemein eine Person oder Sache und leiten
einen Relativsatz ein: Wer nicht hören will,
muss fühlen. Mach, was du willst.

Das Indefinitpronomen

Das Indefinitpronomen wird verwendet, wenn
über Personen, Sachverhalte, Mengen oder
Größen keine näheren Angaben gemacht
werden: Das Buch muss man gelesen haben.
Jeder Mensch hat einen Vater und eine Mutter.

• die häufigsten Indefinitpronomen lauten:
jemand, niemand, etwas, nichts, alle, jeder,

kein, manche, mehrere, etliche, man, einige.

Pronomen

1. Person

ich
meiner
mir
mich

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

2. Person

du
deiner
dir
dich

3. Person

er/sie/es
seiner/ihrer/seiner
ihm/ihr/ihm
ihn/sie/es

1. Person

wir
unser
uns
uns

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

2. Person

ihr
euer
euch
euch

3. Person

sie/Sie
ihrer/Ihrer
ihnen/Ihnen
sie/Sie

Maskulinum

mein Sohn

meines
Sohnes

meinem
Sohn(e)

meinen Sohn

Sg.

Nom.

Gen.

Dat.

Akk.

Femininum

meine
Tochter

meiner
Tochter

meiner
Tochter

meine
Tochter

Neutrum

mein Kind

meines
Kindes

meinem
Kind(e)

mein Kind

Maskulinum

dieser
dieses
diesem
diesen

der
dessen
dem
den

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

diese
dieser
dieser
diese

die
derer/deren
der
die

Neutrum

dies(es)
dieses
diesen
dies(es)

das
dessen
dem
das

Maskulinum

diese
dieser
diesen
diese

die
deren/derer
denen
die

Femininum

diese
dieser
diesen
diese

die
deren/derer
denen
die

Neutrum

diese
dieser
diesen
diese

die
deren/derer
denen
die

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

1. Person

mir
mich

Sg.

Dat.
Akk.

2. Person

dir
dich

3. Person

sich
sich

1. Person

uns
uns

Die Formen der 1. und 2. Person entsprechen den
Formen des Personalpronomens.

Pl.

Dat.
Akk.

2. Person

euch
euch

3. Person

sich
sich

Mask./Fem./Neutr.

meine Söhne/Töchter/Kinder
meiner Söhne/Töchter/Kinder
meinen Söhnen/Töchtern/Kindern
meine Söhne/Töchter/Kinder

© Bibliographisches Institut
und F.A. Brockhaus AG, Mannheim 2005

Redaktion: Simone Senk
Autorin: Linda Strehl
Layout/Satz: Petra Bachmann, Weinheim

ISBN 3-411-72201-0

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Man unterscheidet drei Arten von Adjektiven:

• Eigenschaftswörter im eigentlichen Sinn beschreiben oder bewer-
ten, wie jemand oder etwas beschaffen ist (Farbe, Form, Ausdeh-
nung, Qualität) oder wie etwas vor sich geht: Rote Rosen mag ich
gern. Mit großer Freude habe ich von seiner prächtigen Hochzeit

erfahren.

• Beziehungsadjektive drücken eine bestimmte Beziehung zwischen
Personen oder Gegenständen aus: ärztliche Hilfe, die finnischen Seen,
technischer Fortschritt.

• Zahladjektive, also Grund-, Ordnungs- und Bruchzahlen, Verviel-
fältigungszahlen und unbestimmte Zahladjektive: siebzehn, der erste
Januar, drittel, fünffach, viel, wenig, zahllos.

Starke Deklination

• Ableitungen von Orts- und Ländernamen:
die Türme des Ulmer Münsters, zwei Wiener

Schnitzel

• Farbadjektive wie rosa, lila: Das Geburtstags-
geschenk war in rosa Geschenkpapier gewi-

ckelt.

Adjektive ohne Deklinationsformen

Nicht dekliniert werden:

• Grundzahlen ab zwei: die fünf Kontinente
• Adjektive wie super, sexy, egal, klasse: ein

super Essen, ein klasse Auto

Die Steigerung der Adjektive

Viele Adjektive können Vergleichs- oder Steige-
rungsformen bilden. Bei Vergleichen im Positiv
(Grundstufe, schnell) steht so – wie, im Kompa-
rativ (Höherstufe, schneller) als und im Super-
lativ (Höchststufe, am schnellsten) am: Ich bin
so groß wie du. Ich bin größer als mein Bruder.

Meine Schwester ist am größten.

Komparativ und Superlativ

Komparativ:

• Zeichen ist die Endung -er: breit � breiter
• a, o und u werden zu ä, ö und ü: arm � ärmer,

groß � größer, jung � jünger

Superlativ:

• Zeichen ist die Endung -st: am kleinsten
• a, o und u werden oft zu ä, ö und ü: am größ-

ten, am jüngsten. Bei einigen Adjektiven wird
vor die Superlativendung -st ein -e- eingescho-
ben: am kürzesten, am leichtesten.

• Der Superlativ kann auch ohne einen direkten
Vergleich einen sehr hohen Grad ausdrücken
(Elativ): Er hatte nicht die geringste Ahnung.

Unregelmäßige Steigerung

Einige Adjektive haben unregelmäßige Steige-
rungsformen, z. B. durch ein anderes Wort
oder Umlaute: gut – besser – am besten, viel –
mehr – am meisten, wenig – weniger/minder –

am wenigsten/mindesten.

Adjektive ohne Steigerungsform

• „absolute“ Adjektive: blind, tot, kinderlos
• Adjektive, die einen höchsten Grad aus-

drücken: absolut, optimal

• Formadjektive: dreieckig, rund
• Beziehungsadjektive: karibisch, dortig, jetzig
• Zahladjektive: drei, halb, einzig

Die Verwendung der Adjektive

Adjektive können verschiedene Funktionen im
Satz übernehmen.

Attributive Verwendung

Stehen sie vor dem Substantiv, werden sie
dekliniert und stimmen in Genus, Numerus und

Kasus mit dem Substantiv überein: Gib mir den
alten Hut. Es war ein kalter Winter.

Prädikative Verwendung

Stehen Sie nach den Verben sein, werden und
bleiben, werden sie nicht dekliniert: Sie ist neu-
gierig. Es wird dunkel. Er blieb freundlich.

Bei Adjektiven im Superlativ wird das Adjektiv
dekliniert und mit Artikel gebraucht: Die West-
küste ist die schönste. Dieses Foto ist das neu-

este.

Verwendung als Adverb

Ein Adjektiv kann auch in der Funktion eines
Adverbs stehen. Es bezieht sich dann auf das
Verb und wird nicht dekliniert: Die Sonne
scheint warm vom Himmel. Sie hatte ihn sehn-

süchtig erwartet.

Verwendung als Substantiv

Die meisten Adjektive können wie Substantive
gebraucht werden. Man schreibt sie dann groß:
Weißt du schon das Neueste? Wir wünschen

euch alles Gute!

Adjektive

Die Deklination der Adjektive

Wenn sie als Attribut vor einem Substantiv
stehen, werden fast alle Adjektive in Überein-
stimmung mit dem Substantiv nach Genus,
Numerus und Kasus dekliniert. Man unter-
scheidet drei Deklinationsformen.

Starke Deklination

Sie gilt für das Adjektiv ohne Artikel und nach
manch, solch, welch, viel, wenig, nach etwas,
nichts und mehr sowie deren/dessen: zwei helle
Lichter, bei solch schönem Wetter, mit etwas

gutem Willen.

Schwache Deklination

Sie gilt für das Adjektiv nach dem bestimmten
Artikel und nach den Pronomen dieser, jener,
derselbe, derjenige, jeder und welcher: dieser
große Korb, jedes blaue Tuch.

Gemischte Deklination

Sie gilt für das Adjektiv nach dem unbestimm-
ten Artikel sowie nach den Possessivpronomen
mein, dein, sein, unser, euer, ihr: ein dunkles

Bier, eine graue Maus, meine beste Freundin,

unser schöner Garten.

Maskulinum

heller Tag
hellen Tages
hellem Tag(e)
hellen Tag

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

helle Nacht
heller Nacht
heller Nacht
helle Nacht

Neutrum

helles Licht
hellen Lichtes
hellem Licht
helles Licht

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Mask./Fem./Neutr.

helle Tage/Nächte/Lichter
heller Tage/Nächte/Lichter
hellen Tagen/Nächten/Lichtern
helle Tage/Nächte/Lichter

Schwache Deklination

Maskulinum

der helle Tag
des hellen Tages
dem hellen Tag(e)
den hellen Tag

Sg.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Femininum

die helle Nacht
der hellen Nacht
der hellen Nacht
die helle Nacht

Neutrum

das helle Licht
des hellen Lichtes
dem hellen Licht
das helle Licht

Pl.

Nom.
Gen.
Dat.
Akk.

Mask./Fem./Neutr.

die hellen Tage/Nächte/Lichter
der hellen Tage/Nächte/Lichter
den hellen Tagen/Nächten/Lichtern
die hellen Tage/Nächte/Lichter

Gemischte Deklination

Maskulinum

ein heller Tag
eines hellen

Tages
einem hellen

Tag(e)
einen hellen Tag

Sg.

Nom.
Gen.

Dat.

Akk.

Femininum

eine helle Nacht
einer hellen

Nacht
einer hellen

Nacht
eine helle Nacht

Neutrum

ein helles Licht
eines hellen

Lichtes
einem hellen

Licht
ein helles Licht

Pl.

Nom.
Gen.

Dat.

Akk.

Mask./Fem./Neutr.

keine hellen Tage/Nächte/Lichter
keiner hellen Tage/Nächte/Lichter

keinen hellen
Tagen/Nächten/Lichtern

keine hellen Tage/Nächte/Lichter

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Adverbien

Ein Adverb kann an mehreren Stellen im Satz
stehen. Es kann nicht dekliniert werden, ist
also unveränderlich. Ein Adverb liefert immer
zusätzliche inhaltliche Informationen. Es gibt:

• Lokale Adverbien: Sie geben einen Ort, eine
Herkunft oder ein Ziel an und beantworten
die Fragen wo?, wohin?, woher?: da, überall,
draußen, links, rechts, dorthin, unten, oben,

nirgends, fort.

• Temporale Adverbien: Sie geben einen Zeit-
punkt, eine Dauer oder eine Wiederholung an
und beantworten die Fragen wann?, wie
lange?: montags, abends, wieder, heute, jetzt,
sofort, nochmals, bald, spätestens, schließlich,

niemals.

• Modale Adverbien: Sie geben die Art und
Weise an und beantworten die Fragen wie?,
auf welche Weise?, womit?: allein, zusammen,
umsonst, beinahe, genau, gern, leider, etwa,

anders, sehr.

• Kausale Adverbien: Sie geben den Grund
oder die Ursache eines Geschehens oder einer
Handlung an und beantworten die Fragen
warum?, wozu?: folglich, darum, dennoch,
daher, deshalb, demzufolge.

Die Steigerung der Adverbien

Nur wenige Adverbien lassen sich steigern.
Meist werden die Steigerungsformen von einem
anderen Wortstamm als dem der Grundstufe
gebildet (Ich gehe gern ins Theater, aber noch
lieber ins Kino):

oft (Positiv) � öfter/häufiger (Komparativ) �
am häufigsten (Superlativ), gern � lieber � am
liebsten, bald � eher/früher/schneller � am
ehesten/frühesten/schnellsten, sehr � mehr �
am meisten, wohl (= gut) � besser/wohler �
am besten/wohlsten

Pronominaladverbien

Pronominaladverbien werden häufig wie
bestimmte Pronomen stellvertretend für etwas
gebraucht. Sie setzen sich aus den Adverbien
da, hier und wo + Präposition zusammen:
dabei, dahinter, danach, daran, darüber, dazwi-

schen, hierauf, hierdurch, hierunter, voraus,

wobei, worüber: Wissen Sie etwas Genaues da-

rüber? Hiermit will ich nichts zu tun haben.

Kann ich mich darauf verlassen?

Präpositionen

Präpositionen sind unveränderlich und bilden
mit einem übergeordneten Wort (meist ein
Substantiv oder Pronomen) eine Wortgruppe
(Präpositionalgruppe). Präpositionen bestim-
men den Kasus des Substantivs oder Prono-
mens: dank deiner Mithilfe (dank � Genitiv).
Man kann vier Bedeutungsgruppen unter-
scheiden nach:

• dem Ort (lokal; Fragen wo?, wohin?): an der
Straße, auf dem Baum, in die Schule,

• der Zeit (temporal; Frage wann?): an diesem
Tag, seit drei Tagen, um 12 Uhr,

• dem Grund, Zweck, Folge (kausal; Fragen
warum?, wozu?): wegen des Feiertags, aus
Mitleid, durch stetes Üben,

• der Art und Weise (modal; Frage wie?): mit
dem Plan, gegen meinen Willen, gemäß der

Vereinbarung.

Die Stellung der Präpositionen

Es gibt drei Möglichkeiten, wo eine Präposition
stehen kann:

• vor dem Beziehungswort: nach Feierabend,
mit den Kindern, aus Berlin,

• hinter dem Beziehungswort: der Kinder wegen,
der Natur zuliebe, der Ordnung halber,

• Umklammerung des Beziehungswortes: von
heute an, um des Friedens willen, nach Süden

hin.

Wechselpräpositionen

Einige Präpositionen können je nach Bedeutung
unterschiedliche Kasus erfordern:

• Besonders häufig sind lokale Präpositionen,
die entweder Dativ oder Akkusativ erfordern:
Auf die Frage wo? steht der Dativ, auf die
Frage wohin? der Akkusativ: Wir stehen auf

einer Brücke (wo? � Dativ). Die Katze klettert
auf den Baum (wohin? � Akkusativ).

• Bei Präpositionen, die verschiedene Kasus er-
fordern, richtet sich der Kasus des Substantivs
oder Pronomens nach der Präposition, die
zuletzt steht: Kommt ihr mit oder ohne
(Akkusativ) Kinder? – Wir kommen teils ohne,
teils mit (Dativ) Kindern.

Verschmelzung von Präposition
und Artikel

• Einige Präpositionen können mit Formen des
Artikels zu einem einzigen Wort verschmel-
zen: an/in/bei/von/zu + dem � am/im/beim/
vom/zum, an/in + das � ans/ins, zu + der �
zur.

• In zahlreichen Fügungen und festen Wen-
dungen sind nur diese verschmolzenen
Formen möglich: am schönsten, aufs Ganze
gehen, hinters Licht führen.

Konjunktionen

Konjunktionen (Bindewörter) gehören zu den
unveränderlichen Wörtern. Sie verbinden Sätze
und Teile von Sätzen miteinander. Es gibt

• nebenordnende Konjunktionen (und, oder,
aber, denn) und

• unterordnende Konjunktionen (weil, obwohl,
dass, ob).

Konjunktionen stellen eine bestimmte inhaltliche
Beziehung zwischen den verbundenen Satzteilen
her. Neben einfachen Konjunktionen wie oder,
aber, ob gibt es mehrteilige wie sowohl – als
auch, entweder – oder, einerseits – andererseits.

Sie übernehmen verschiedene Funktionen:

• Reihung, Zusammenfassung: und, (so)wie,
sowohl – als/wie, sowohl – als/wie auch,

• Angabe von Alternativen: oder, entweder – oder,
• Gegensatz, Einschränkung: aber, ( je)doch,

sondern,

• Grund: denn.

Nebenordnende Konjunktionen

Nebenordnende Konjunktionen verbinden

• gleichrangige Haupt- und Nebensätze: Es
klingelte an der Tür, aber sie machte nicht

auf. Wir hoffen, dass es dir gut geht und dir

der Aufenthalt gefällt.

• Wortgruppen: sowohl in Rom als auch in
Paris, durch List oder durch Gewalt

• Wörter: auf und ab, rechts oder links, arm,
aber glücklich

• Wortteile: West- und Osteuropa, be- oder
entladen

Bei Steigerungsformen stehen als und wie:
Er ist größer als sein Freund. Das Wetter ist so

schön wie gestern.

Unterordnende Konjunktionen

Unterordnende Konjunktionen schließen einen
Hauptsatz an einen Nebensatz an: Ich gehe
spazieren, weil die Sonne scheint. Obwohl das

Wetter heute schlecht ist, bin ich guter Laune.

Sie übernehmen verschiedene Funktionen und
können angeben:

• einen Zeitpunkt (temporal): als, bevor, bis,
nachdem, sobald, während,

• einen Grund (kausal): da, weil, zumal,
• einen Zweck (final): damit, dass, um zu,
• eine Bedingung (konditional): falls, wenn,

sofern, soweit,

• einen Gegensatz (konzessiv): obwohl,
obgleich, wenn auch,

• eine Art und Weise (modal): als ob, indem,
wie, dadurch dass.

• Ohne eigene Bedeutung: dass, ob.
Unterordnende Konjunktionen, die Infinitiv-
gruppen einleiten, werden auch Infinitivkon-
junktionen genannt. Dazu gehören: ohne,
(an)statt, um: Sie entschieden sich, ohne mit der

Wimper zu zucken. Statt sich zu beeilen, trödel-

te er. Die Mannschaft kämpfte, um das Spiel

doch noch zu gewinnen.

Nicht flektierbare Wörter

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Ein Verb bezeichnet entweder einen Zustand (bleiben, enthalten),
einen Vorgang (aufstehen, regnen) oder eine Handlung (arbeiten,

malen). Verben werden kleingeschrieben und können konjugiert
(gebeugt) werden.

Konjugationsarten

Nach Art der Konjugation (Beugung) unter-
scheidet man regelmäßige und unregelmäßige
Verben sowie Verben mit Mischformen.

Regelmäßige (schwache) Konjugation:
Sie bildet das Präteritum mit -t- zwischen dem
Stamm und den Endungen und das Partizip II
mit der Vorsilbe ge- und der Endung -t:

ich glaube – ich glaubte – geglaubt

ich koche – ich kochte – gekocht

Unregelmäßige (starke) Konjugation:
Hier verändert sich im Präteritum der Stamm-
vokal (z. B. i/a- oder ie/o-Wechsel), das Partizip II
wird mit der Vorsilbe ge- und der Endung -en
gebildet:

ich finde – ich fand – gefunden

ich fliege – ich flog – geflogen

Gemischte Konjugation:
Im Präteritum und im Partizip II kommt es
zum Vokal- (und Konsonanten-) Wechsel im
Stamm. Im Präteritum tritt -t- zwischen Stamm
und Endungen. Das Partizip II wird mit der
Vorsilbe ge- und der Endung -t gebildet.

ich nenne – ich nannte – genannt

ich denke – ich dachte – gedacht

Verben

Infinitiv

Präsens

Präteritum

Partizip I
Partizip II

haben

ich habe
du hast
er/sie/es

hat
wir haben
ihr habt
sie haben
ich hatte
du hattest
er/sie/es

hatte
(...)
habend
gehabt

sein

ich bin
du bist
er/sie/es

ist
wir sind
ihr seid
sie sind
ich war
du warst
er/sie/es

war
(...)
seiend
gewesen

werden

ich werde
du wirst
er/sie/es

wird
wir werden
ihr werdet
sie werden
ich wurde
du wurdest
er/sie/es

wurde
(...)
werdend
geworden

Infinitiv

Präsens
Präteritum
Partizip II

Infinitiv

Präsens
Präteritum
Partizip II

können

kann
konnte
gekonnt

mögen

mag
mochte
gemocht

dürfen

darf
durfte
gedurft

sollen

soll
sollte
gesollt

müssen

muss
musste
gemusst

wollen

will
wollte
gewollt

Verbarten

Verben lassen sich nach ihrer Selbstständigkeit
(Voll-, Hilfs-, Modalverben) und nach ihrer
Verbindung mit anderen Wortarten unterschei-
den (transitiv, intransitiv, reflexiv).

Vollverben

Vollverben können im Satz sinnvoll alleine ste-
hen: Ich lese ein Buch.

Modalverben

Modalverben in Verbindung mit einem Voll-
verb im Infinitiv drücken aus, wie man etwas
tut: Können wir uns treffen? Ich muss den Ter-
min absagen. Es gibt sechs Modalverben:

können (Möglichkeit/Fähigkeit), dürfen
(Erlaubnis), müssen (Pflicht/Notwendigkeit),
mögen (Wunsch), sollen (Verpflichtung), wollen
(Wunsch/Absicht).

Hilfsverben

Die Hilfsverben haben, sein, werden kommen
zusammen mit einem Vollverb vor und dienen

dazu, bestimmte Zeitformen und das Passiv zu
bilden: Die Kinder haben geschlafen. Ich bin
aufgewacht. Er wurde geweckt. Sie können auch
selbstständig (als Vollverben) auftreten: Ich
habe keine Zeit. Sie wird Ärztin.

Reflexive Verben

Reflexive Verben haben ein Reflexivpronomen
bei sich, das sich auf das Subjekt des Satzes
zurückbezieht: Er bedankt sich. Ich schäme
mich. Sie sind intransitiv.

Transitive Verben

Transitive Verben haben ein Akkusativobjekt
bei sich und können das Passiv bilden: Sie liebt
ihr Kind. Das Kind wird geliebt.

Intransitive Verben

Intransitive Verben haben entweder kein
Objekt: Sie schweigt, oder ein Objekt im Dativ
oder Genitiv: Ich helfe ihm oder ein Objekt
mit Präposition: Er steht auf der Brücke. Viele
transitive Verben können intransitiv gebraucht
werden: Ich koche Nudeln. Ich koche gern.

Die unveränderlichen Verbformen

Unveränderliche (infinite) Verbformen sind
Verben ohne Personal- und Tempusformen.
Sie verändern ihre Form nicht und sind unab-
hängig vom Subjekt. Diese sind der Infinitiv,
das Partizip I und das Partizip II.

Der Infinitiv

Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs. Alle
Verben enden entweder auf -en, -rn oder -ln:
holen, ändern, regeln.

• Ein Infinitiv kann auch als Substantiv verwen-
det werden und wird dann großgeschrieben:
(Das) Lesen macht mir Spaß.

• Infinitive können auch Kern einer Infinitiv-
gruppe sein. Diese können durch Infinitiv-
konjunktionen wie um, ohne oder anstatt ein-
geleitet werden: Ich bin da, um dir zu helfen.
Ohne zu schauen, ging er über die Straße.

Das Partizip I

Bildung:
Das Partizip I (Partizip Präsens) wird aus dem
Infinitiv mit der Endung -d gebildet: lesend,
spielend, schlafend, flimmernd. Ausnahmen:
sein � seiend, tun � tuend.

Verwendung:
Das Partizip I wird gebraucht:

• als Adjektiv (und wird auch wie ein Adjektiv
dekliniert): der bröckelnde Putz, die weinen-
den Kinder,

• als Adverb (und ist wie ein Adverb unverän-
derlich): Sie saß lesend im Garten,

• als Substantiv (und wird dann auch wie ein
Substantiv dekliniert): Reisende nach Paris
bitte einsteigen!,

• anstelle eines Satzes: Ein Lied pfeifend, ging er
vergnügt nach Hause (statt: Während er ein
Lied pfeift, …).

Das Partizip II

Bildung:
Das Partizip II (Partizip Perfekt) wird in der
Regel mit der Vorsilbe ge- gebildet: gekauft, ge-
laufen. Bei Verben mit den Vorsilben be-, emp-,
ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer- sowie auf -ieren
entfällt ge-: bestellt, erzählt, verliebt, saniert.

Verwendung:

• Das Partizip II bezeichnet ein bereits been-
detes Geschehen und wird zur Bildung von
Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II ver-
wendet: ich habe geschrieben, er hatte regiert.

• Man gebraucht es auch zur Bildung des Pas-
sivs: es wird getragen, sie wurden gerufen,

• als Adjektiv: das gebügelte Hemd,
• als Adverb: Die Zeitung liegt gefaltet da,
• als Substantiv: die Abgeordneten,
• statt eines Satzes: Vom Opa gelobt, freute er sich

(statt: Nachdem er … gelobt worden war, …).

Modalverben

Hilfsverben

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